Version 2.0 · Stand: 18.07.2026
Bei einem Konsumentenboykott verweigern Bezugsgruppen bewusst den Kauf einer Marke, weil das Verhalten des Unternehmens ihren ethischen, politischen, sozialen oder ökologischen Wertvorstellungen widerspricht. Klassische Beispiele sind die Greenpeace-Aktionen gegen Shell im Fall Brent Spar und die Boykottaufrufe gegen Nestlé.
Einordnung
Der Boykott ist die marktwirksamste Form des Folgeverhaltens enttäuschter Anspruchsgruppen: Er übersetzt moralische Empörung in ökonomischen Druck und verleiht dem Protest Nachrichtenwert. Häufig ist er von NGOs oder Pressure-Groups organisiert und mit Kampagnen in sozialen Medien verbunden.
Bedeutung im KMK-System
Auf der Krisenverlaufskarte gehört der Konsumentenboykott zur Verhaltensebene der Anspruchsgruppen (Ebene 4) – jene Ebene, deren Reaktionen das Unternehmen am meisten fürchtet. Er kann Rückkopplungen auf die Problemebene auslösen (Umsatzeinbruch als neues Problem). In der Akteursrollen-Codierung treten Boykott-Initianten typischerweise als REL_FORDERER mit moralischer Anklagefunktion auf.