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Ver­si­on 2.0 · Stand: 18.07.2026

Memes (von griech. mime­ma, «das Nach­ge­ahm­te»; aus­ge­spro­chen «Miem») sind humo­ri­sti­sche, oft sati­ri­sche Bil­der, Vide­os oder Sprü­che, die im Inter­net kur­sie­ren und lau­fend vari­iert wei­ter­ver­brei­tet wer­den. Sie belu­sti­gen sich über bekann­te Per­so­nen und Situa­tio­nen, die zuvor öffent­lich für Auf­se­hen gesorgt haben – als Eigen­krea­tio­nen oder aus dem Kon­text geris­se­ne Foto­gra­fien, Zeich­nun­gen und Videos.

Einordnung

Der Begriff geht auf Richard Daw­kins (1976) zurück, der als «Mem» die kul­tu­rel­le Ent­spre­chung des Gens bezeich­ne­te: eine Idee, die sich durch Imi­ta­ti­on ver­brei­tet und dabei mutiert. Die Inter­net-Meme-For­schung (Shif­man, 2014) beschreibt Memes als par­ti­zi­pa­ti­ve Kul­tur­form: Nicht ein ein­zel­nes Bild macht das Meme aus, son­dern die Serie sei­ner Vari­an­ten, mit denen Nut­ze­rin­nen und Nut­zer sich in ein Gespräch ein­schrei­ben. Memes ver­dich­ten kom­ple­xe Sach­ver­hal­te in Sekun­den­bruch­tei­len erfass­ba­re Poin­ten – und sind dadurch hoch­gra­dig anschluss- und verbreitungsfähig.

Bedeutung für die Krisenkommunikation (KMK-Bezug)

In Kri­sen sind Memes Empö­rungs- und Spott­ve­hi­kel: Sie fixie­ren einen Vor­wurf im kol­lek­ti­ven Gedächt­nis (ein Bild, eine Poin­te), ent­zie­hen sich der Rich­tig­stel­lung und befeu­ern Shits­torm-Dyna­mi­ken – Lösch­ver­su­che ver­stär­ken die Ver­brei­tung (Strei­sand-Effekt). SCHNUFFI erfasst vira­le Memes als eigen­stän­di­ge Frame-Trä­ger der Netz­are­na; für EVI gilt: Gegen Spott hel­fen kei­ne Demen­tis, son­dern allen­falls Selbst­iro­nie – und vor allem die Behe­bung des Anlasses.

Literatur

Daw­kins, R. (1976). The sel­fi­sh gene. Oxford Uni­ver­si­ty Press. (Deutsch: Das ego­isti­sche Gen. Sprin­ger, 1978)
Shif­man, L. (2014). Memes in digi­tal cul­tu­re. MIT Press.