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Ver­si­on 2.0 · Stand: 18.07.2026

Per­so­ni­fi­zie­rung (auch Anthro­po­mor­phi­sie­rung) ist eine Stil­fi­gur, bei der abstrak­ten Begrif­fen, unbe­leb­ten Objek­ten, Tie­ren oder Natur­phä­no­me­nen mensch­li­che Eigen­schaf­ten, Emo­tio­nen oder Hand­lun­gen zuge­schrie­ben wer­den. Sie macht Kon­zep­te greif­ba­rer, stellt emo­tio­na­le Ver­bin­dun­gen her und bin­det Publi­kum stär­ker in eine Erzäh­lung ein.

Einordnung

In der Unter­neh­mens­kom­mu­ni­ka­ti­on wird Per­so­ni­fi­zie­rung gezielt ein­ge­setzt, um Mar­ken eine «Per­sön­lich­keit» zu ver­lei­hen und Iden­ti­fi­ka­ti­on zu för­dern – mess­bar etwa über die Mar­ken­per­sön­lich­keits­ska­la (Aaker, 1997). Davon zu unter­schei­den ist die Per­so­na­li­sie­rung als Nach­rich­ten­fak­tor: Medi­en bevor­zu­gen Ereig­nis­se, die sich an Per­so­nen fest­ma­chen las­sen (Gal­tung & Ruge, 1965). Bei­de Mecha­nis­men wir­ken zusam­men – abstrak­te Sach­ver­hal­te wer­den kom­mu­ni­ka­tiv zu Gesich­tern verdichtet.

Bedeutung für die Krisenkommunikation (KMK-Bezug)

Kri­sen wer­den medi­al per­so­ni­fi­ziert: Die Bericht­erstat­tung sucht Gesich­ter – Schul­di­ge, Opfer, Hel­den – und ver­dich­tet orga­ni­sa­tio­na­le Sach­ver­hal­te auf Per­so­nen, typi­scher­wei­se den CEO oder das Mar­ken­ge­sicht. Das birgt ein dop­pel­tes Risi­ko: Der Reprä­sen­tant zieht die Ver­ant­wor­tungs­zu­schrei­bung auf sich (Sün­den­bock-Mecha­nis­mus), und die Orga­ni­sa­ti­on ver­liert die Kon­trol­le über ihre Deu­tung, wenn die Per­son beschä­digt wird. FRAMI codiert sol­che Zuschrei­bun­gen über die Akteurs- und Rol­len­frames; EVI berück­sich­tigt bei der Spre­cher­wahl, wen die Kri­se per­so­ni­fi­zie­ren soll – und wen gera­de nicht.

Literatur

Aaker, J. L. (1997). Dimen­si­ons of brand per­so­na­li­ty. Jour­nal of Mar­ke­ting Rese­arch, 34(3), 347–356. https://doi.org/10.1177/002224379703400304
Gal­tung, J., & Ruge, M. H. (1965). The struc­tu­re of for­eign news. Jour­nal of Peace Rese­arch, 2(1), 64–91. https://doi.org/10.1177/002234336500200104