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Ver­si­on 2.0 · Stand: 18.07.2026

Die Image­ana­ly­se erfasst das Bild, das sich Öffent­lich­keit oder bestimm­te Bezugs­grup­pen von einer Orga­ni­sa­ti­on, Per­son oder Mar­ke machen (sie­he Image). Klas­si­sches Erhe­bungs­in­stru­ment ist das seman­ti­sche Dif­fe­ren­zi­al: Ein­stel­lungs­kom­po­nen­ten wer­den über gegen­sätz­li­che Merk­mals­paa­re erfasst, die auf einer meist sie­ben­stu­fi­gen Ska­la beur­teilt wer­den (Osgood, Suci & Tan­nen­baum, 1957).

Einordnung

Polaritätsprofil (semantisches Differenzial)

Abbil­dung 1: Pola­ri­täts­pro­fil – die Ver­bin­dungs­li­nie der Urtei­le ergibt das Imageprofil

Erho­ben wird das Image übli­cher­wei­se per Befra­gung. Das seman­ti­sche Dif­fe­ren­zi­al kann dar­über hin­aus als Kate­go­ri­en­sy­stem einer Inhalts­ana­ly­se die­nen, um das medi­al ver­mit­tel­te Image zu rekon­stru­ie­ren – etwa im Ver­gleich vor/während/nach einer Kri­se. Das Pola­ri­täts­pro­fil macht Image­ver­än­de­run­gen und Dif­fe­ren­zen zwi­schen Selbst- und Fremd­bild anschau­lich sichtbar.

Bedeutung für die Krisenkommunikation (KMK-Bezug)

Das Image ist die kogni­ti­ve Grund­la­ge, auf der Stake­hol­der Kri­sen­er­eig­nis­se deu­ten: Ein posi­ti­ves Vor­kri­sen-Image wirkt als Puf­fer, ein nega­ti­ves als Reso­nanz­bo­den für Vor­wür­fe. Image­ana­ly­sen vor der Kri­se lie­fern die Refe­renz­wer­te für die Scha­dens­mes­sung; wäh­rend und nach der Kri­se zei­gen sie, wel­che Image­dimen­sio­nen beschä­digt sind und wo Bot­schafts­stra­te­gien (Auf­wer­ten, Rebuild) anset­zen müssen.

Literatur

Osgood, C. E., Suci, G. J., & Tan­nen­baum, P. H. (1957). The mea­su­re­ment of mea­ning. Uni­ver­si­ty of Illi­nois Press.
Schenk, M. (2007). Medi­en­wir­kungs­for­schung (3. Aufl.). Mohr Siebeck.