Krisenmanagement und -kommunikation

Drs. A. Grynko & O. Baeriswyl


KB-F1 Codiersystem deskriptives Framing

KMK-RESSOURCE KB-F1

Codiersystem deskriptives Framing

Ver­si­on2.0
Stand26.09.2026
Gilt ab13.08.2026
ErsetztVer­si­on 1.0 vom 22.04.2026
ModulFRAMI
Ebe­ne1 – Befund, mit einem Feld auf Ebe­ne 2
Gel­tungs­artMess­vor­schrift
Kon­ven­tio­nenKB-00 Codebuch-Konventionen
System­ver­si­onKMK 2.0

Mass­geb­li­che Fas­sung für KMK-Ana­ly­sen (KI-Abruf). Bei jeder Ana­ly­se live abru­fen, nie aus dem Cache.


1 Was dieser Bogen erfasst

Defi­ni­ti­on nach Kepp­lin­ger: Aus­sa­gen über das Gesche­he­ne, mit Anspruch auf Wahr­heit. Codiert wird, wie der Bei­trag den Sach­ver­halt dar­stellt – nicht, wie er ihn bewer­tet (das ist KB-F2) und nicht, wie ein Publi­kum dar­auf reagiert (das ist RW-R1).

2 Deskriptive Frame-Elemente

CodeBezeich­nungMemoBei­spielCodier­re­gel
DESK_INT_UNFALLorga­ni­sa­ti­ons­in­ter­ne Ursa­che: Unfall, Aus­fall, Stö­rungInter­nes Ereig­nis, das als unver­schul­de­ter Unfall, tech­ni­sches Ver­sa­gen oder Stö­rung beschrie­ben wird.«Beim Test­lauf ver­sag­te eine Komponente.»Mehr­fach­co­die­rung erlaubt; Text­be­leg und Fund­stel­le Pflicht, EXPL vergeben.
DESK_EXT_SCHICKSALorga­ni­sa­ti­ons­exter­ne Ursa­che: Schick­sal, NaturereignisExter­nes Ereig­nis, das als unab­wend­ba­res Schick­sal oder Zufall beschrie­ben wird.«Nie­mand konn­te das vorhersehen.»Mehr­fach­co­die­rung erlaubt; Text­be­leg und Fund­stel­le Pflicht, EXPL vergeben.
DESK_STRUKTURstruk­tu­rel­le Ursa­che (Rah­men­be­din­gun­gen)Nicht indi­vi­du­el­les, son­dern syste­mi­sches oder regu­la­to­ri­sches Ver­sa­gen steht im Zentrum.«Das Pro­blem liegt in unkla­ren Zustän­dig­kei­ten und feh­len­der Kontrolle.»Mehr­fach­co­die­rung erlaubt; Text­be­leg und Fund­stel­le Pflicht, EXPL vergeben.
DESK_INT_SACHSCHADENorga­ni­sa­ti­ons­in­ter­ner SachschadenFokus auf wirt­schaft­li­che, mate­ri­el­le oder tech­ni­sche Schä­den der Organisation.«Durch das Feu­er im Ser­ver­raum ent­stand erheb­li­cher Schaden.»Mehr­fach­co­die­rung erlaubt; Text­be­leg und Fund­stel­le Pflicht, EXPL vergeben.
DESK_EXT_SACHSCHADENorga­ni­sa­ti­ons­exter­ner SachschadenFokus auf sach­lich ver­ur­sach­te Schä­den aus­ser­halb der Orga­ni­sa­ti­on (wirt­schaft­lich, mate­ri­ell, ökologisch).«Der Tun­nel­bau hat der Regi­on öko­lo­gi­schen Scha­den zugefügt.»Mehr­fach­co­die­rung erlaubt; Text­be­leg und Fund­stel­le Pflicht, EXPL vergeben.
DESK_INT_FEHLVERHALTENorga­ni­sa­ti­ons­in­ter­nes mensch­li­ches FehlverhaltenEine Mit­ar­bei­te­rin oder das Manage­ment der Orga­ni­sa­ti­on wird klar als Ver­ur­sa­cher benannt.«Der CEO wuss­te von den Sicher­heits­lücken und han­del­te nicht.»Mehr­fach­co­die­rung erlaubt; Text­be­leg und Fund­stel­le Pflicht, EXPL vergeben.
DESK_EXT_FEHLVERHALTENorga­ni­sa­ti­ons­exter­nes mensch­li­ches FehlverhaltenEine exter­ne Per­son oder Orga­ni­sa­ti­on wird klar als Ver­ur­sa­cher benannt.«Der Hacker­an­griff wur­de von einer bekann­ten Grup­pe durchgeführt.»Mehr­fach­co­die­rung erlaubt; Text­be­leg und Fund­stel­le Pflicht, EXPL vergeben.
DESK_VERSAEUMNISzeit­lich frü­he­re Ursa­che (Ver­säum­nis)Die Ursa­che liegt in der Ver­gan­gen­heit und wird retro­spek­tiv problematisiert.«Seit Jah­ren wur­den War­nun­gen ignoriert.»Mehr­fach­co­die­rung erlaubt; Text­be­leg und Fund­stel­le Pflicht, EXPL vergeben.
DESK_OPFER_INTOpfer­fo­kus organisationsinternFokus auf inter­nes mensch­li­ches Leid und Betrof­fen­heit (Mit­ar­bei­ten­de, Management).«Die betrof­fe­nen Mit­ar­bei­ten­den füh­len sich im Stich gelassen.»Mehr­fach­co­die­rung erlaubt; Text­be­leg und Fund­stel­le Pflicht, EXPL vergeben.
DESK_OPFER_EXTOpfer­fo­kus organisationsexternFokus auf exter­nes mensch­li­ches Leid und Betrof­fen­heit (Kund­schaft, Anwohnerschaft).«Lei­den muss­te wie­der die Kundschaft.»Mehr­fach­co­die­rung erlaubt; Text­be­leg und Fund­stel­le Pflicht, EXPL vergeben.
DESK_FOLGEN_INTdro­hen­de Fol­gen für die OrganisationEin noch nicht ein­ge­tre­te­ner Scha­den der Orga­ni­sa­ti­on wird als abseh­bar dar­ge­stellt – wirt­schaft­lich, recht­lich, per­so­nell oder betrieblich.«Ver­liert der Betrieb die Zulas­sung, ste­hen zwei­hun­dert Stel­len auf dem Spiel.»Mehr­fach­co­die­rung erlaubt; Text­be­leg und Fund­stel­le Pflicht, EXPL ver­ge­ben; Attri­but Abwend­bar­keit zwingend.
DESK_FOLGEN_EXTdro­hen­de Fol­gen aus­ser­halb der OrganisationEin noch nicht ein­ge­tre­te­ner Scha­den für Drit­te, Öffent­lich­keit oder Umwelt wird als abseh­bar dargestellt.«Solan­ge die Lei­tung nicht abge­dich­tet ist, droht das Grund­was­ser zu kippen.»Mehr­fach­co­die­rung erlaubt; Text­be­leg und Fund­stel­le Pflicht, EXPL ver­ge­ben; Attri­but Abwend­bar­keit zwingend.
DESK_KONFLIKTKon­flikt zwi­schen AkteurenEs wird ein kla­rer Kon­flikt zwi­schen zwei Par­tei­en beschrieben.«Die Gewerk­schaft erhebt schwe­re Vor­wür­fe gegen die Geschäftsleitung.»Mehr­fach­co­die­rung erlaubt; Text­be­leg und Fund­stel­le Pflicht, EXPL vergeben.
DESK_LOESUNGlösungs­ori­en­tier­te DarstellungDie Bericht­erstat­tung betont mög­li­che oder ein­ge­lei­te­te Lösungswege.«Die Fir­ma hat eine inter­ne Unter­su­chung eingeleitet.»Mehr­fach­co­die­rung erlaubt; Text­be­leg und Fund­stel­le Pflicht, EXPL vergeben.

3 Folgen und Konsequenzen – die Abgrenzung

Grund­re­gel: Fol­gen sind, was ein­tritt, wenn nichts unter­nom­men wird. Kon­se­quen­zen sind, was gefor­dert wird, weil Schuld zuge­spro­chen wur­de. Das eine ist eine Aus­sa­ge über den Sach­ver­halt und rich­tet sich an den Bedroh­ten. Das ande­re ist ein Hand­lungs­an­spruch und rich­tet sich an den Verantwortlichen.

Fol­gen – DESK_FOLGEN_*, die­ser BogenKon­se­quen­zen – NORM_FORD_*, KB-F2
Anspruchs­artdeskrip­tiv, Anspruch auf Wahrheitnor­ma­tiv, Anspruch auf Richtigkeit
Adres­satder Bedroh­te – ACTOR_BEDROHTER in KB-F4der Ver­ant­wort­li­che – ROLE_SCHULDIG in KB-F4
Zeit­lo­giktritt ein, wenn nicht gehan­delt wirdwird ver­langt, weil etwas gesche­hen ist
Prüf­fra­geWem droht etwas?Von wem wird etwas verlangt?

Attribut Abwendbarkeit

Pflicht­an­ga­be bei jeder Codie­rung von DESK_FOLGEN_INT oder DESK_FOLGEN_EXT. Drei­wer­tig, codiert wird die Dar­stel­lung im Text, nicht die Ein­schät­zung der Codiererin.

WertBedeu­tung
abwendbarDer Text stellt die Fol­ge als ver­meid­bar dar, sofern gehan­delt wird.
unabwendbarDer Text stellt sie als nicht mehr abwend­bar dar.
offenDer Text äus­sert sich zur Abwend­bar­keit nicht.

Ach­tung: Vier Abgren­zun­gen. Gegen DESK_*_SACHSCHADEN und DESK_OPFER_*: Der Scha­den ist ein­ge­tre­ten, die Fol­ge nicht. Geprüft wird an Zeit­form und Kon­di­tio­nal. Ein Bei­trag kann bei­des füh­ren. Gegen DESK_LOESUNG: Das ist das Spie­gel­bild – was unter­nom­men wird oder wer­den kann gegen das, was ein­tritt, wenn nichts unter­nom­men wird. Bei­des steht oft im sel­ben Satz und ist dann dop­pelt zu codie­ren. Gegen EMO_ANGST in KB-F3: Angst ist die aus­ge­drück­te Emo­ti­on, DESK_FOLGEN_* der dar­ge­stell­te Sach­ver­halt. Die bei­den dür­fen nicht inein­an­der über­führt wer­den – sonst wird die Rah­mung aus der Reak­ti­on auf sie erschlos­sen. Gegen NORM_FORD_*: Eine gefor­der­te Kon­se­quenz kann für die Orga­ni­sa­ti­on zugleich eine dro­hen­de Fol­ge sein, etwa ein ver­lang­ter Rück­tritt. Dann wird bei­des codiert, NORM_FORD_PERSONELL dort und DESK_FOLGEN_INT hier. In der Aus­wer­tung blei­ben die bei­den Grös­sen getrennt; ein Dop­pel­ein­trag im For­de­rungs­pro­fil ist unzulässig.

Hin­weis: War­um das Ele­ment gebraucht wird. Die offe­ne Gefähr­dungs­la­ge ist die Wenn-Bedin­gung von REZ-R09 in RW-R1 und ent­schei­det bei EVI dar­über, ob instru­ie­ren­de und adju­stie­ren­de Infor­ma­ti­on Vor­rang vor Image­ar­beit hat. Ohne die­ses Ele­ment muss­te der Bedro­hungs­frame in MI-03 aus EMO_ANGST erschlos­sen wer­den – aus der Reak­ti­on auf die Rah­mung statt aus der Rah­mung selbst.

4 SCCT-Cluster – zwei getrennte Felder

Bis Ver­si­on 1.0 stand hier ein ein­zi­ges Clu­st­er­feld, dem Zuschrei­bungs­ni­veaus ange­hängt waren. Bei­des ist getrennt worden.

FeldEbe­neMemoBei­spielCodier­re­gel
SCCT_TEXT = Victim1 – BefundDer Bei­trag rahmt das Ereig­nis selbst als Opfer­la­ge der Organisation.«Wir wur­den Opfer eines Cyberangriffs.»Nur codie­ren, wenn der Bei­trag rahmt. Refe­riert er bloss Fak­ten: nicht codier­bar.
SCCT_TEXT = Accidental1 – BefundDer Bei­trag rahmt das Ereig­nis als unbe­ab­sich­tig­tes tech­ni­sches Versagen.«Ein Defekt führ­te zum Aus­fall, obwohl War­tun­gen durch­ge­führt wurden.»wie oben
SCCT_TEXT = Preventable1 – BefundDer Bei­trag rahmt das Ereig­nis als ver­meid­bar: Fehl­ver­hal­ten, Fehl­ent­schei­dung, Regelbruch.«Das Manage­ment igno­rier­te Warnungen.»wie oben
SCCT_REKON2 – DeutungKlas­si­fi­ka­ti­on der Codie­re­rin auf Basis der DESK_*-Codes.—Ent­schei­dungs­re­gel mit den drei Wer­ten Vic­tim, Acci­den­tal und Pre­ven­ta­ble sowie Vor­rang­re­gel: Abschnitt 4.1. Kon­troll­grös­se, kein Prädiktor.

Ach­tung: Die Zuschrei­bungs­ni­veaus sind aus die­sem Bogen ent­fernt. For­mu­lie­run­gen wie «gerin­ge / mitt­le­re / hohe Ver­ant­wor­tung» sind Aus­sa­gen über das Publi­kum und gehö­ren auf Ebe­ne 3, in RW-R1. Sie stan­den bis­her mit­ten in einem Bogen der Ebe­ne 1. Neben­bei war «mitt­le­re Ver­ant­wor­tung» sach­lich falsch: SCCT kennt mini­mal / low / strong – das Acci­den­tal Clu­ster löst eine gerin­ge Zuschrei­bung aus.

Grund­re­gel: Der Abstand zwi­schen den bei­den Fel­dern ist selbst ein Befund. Fehlt SCCT_TEXT und lau­tet SCCT_REKON auf Pre­ven­ta­ble, liegt eine Kri­se vor, die fak­tisch ver­meid­bar war, medi­al aber noch nicht als ver­meid­bar gerahmt wird. Das ist ein Ref­raming-Fen­ster – für EVI eine der wert­voll­sten Infor­ma­tio­nen über­haupt. Wie der Abstand geprüft und aus­ge­wie­sen wird, regelt MI-03 im Revi­si­ons­punkt Typzuordnung.

4.1 Rekonstruktion des Krisenclusters NEU 16.09.2026

SCCT_REKON wird aus den DESK_*-Codes und der Ursa­chen­zu­schrei­bung (Abschnitt 5) gebil­det und deckt die­sel­ben drei Wer­te ab wie SCCT_TEXT.

Ursa­chen­zu­schrei­bungBefund­la­geSCCT_REKON
externAngriff, Sabo­ta­ge, Gerücht, Natur­er­eig­nis; kein orga­ni­sa­tio­na­les Ver­säum­nis belegtVic­tim
externFeh­ler eines Drit­ten ohne Angriffs­ab­sicht, etwa eines Zulie­fe­rers; Pro­dukt­feh­ler ohne FahrlässigkeitAcci­den­tal
internkor­rek­te Pro­zes­se, tech­ni­sches VersagenAcci­den­tal
internFahr­läs­sig­keit, Vor­satz, Orga­ni­sa­ti­ons­ver­sa­gen, Rechts­ver­stoss, Management-FehlentscheidPre­ven­ta­ble

Vor­rang­re­gel bei zusam­men­tref­fen­den Ursa­chen. Tref­fen ein äus­se­rer Anlass und ein orga­ni­sa­tio­na­les Ver­säum­nis zusam­men – der Angriff gelingt, weil eine Kon­trol­le fehl­te –, gilt der höhe­re Zuschrei­bungs­grad. Die Regel knüpft an eine vor­han­de­ne Codie­rung an: Wird neben einem exter­nen ACTOR_VERURSACHER die Kri­sen­or­ga­ni­sa­ti­on als ACTOR_MITVERURSACHER codiert (KB-F4), also als durch Unter­las­sung, Fahr­läs­sig­keit oder unzu­rei­chen­de Kon­trol­le mit­wir­kend, so wird SCCT_REKON auf Pre­ven­ta­ble gesetzt. Der äus­se­re Anlass wird als mil­dern­der Umstand ver­merkt, nicht als Clu­ster. Die Zuschrei­bung folgt der Kon­trol­lier­bar­keit: Ein abwend­ba­res Ver­säum­nis bleibt abwend­bar, auch wenn ein Drit­ter es ausnutzt.

Hin­weis: Abgren­zung zum Vel­cro-Effekt. Die Vor­rang­re­gel betrifft den Clu­ster, weil sie die Befund­la­ge anders beur­teilt. Der Vel­cro-Effekt betrifft ihn nicht: Er ver­schiebt allein die Repu­ta­ti­ons­ge­fahr, der Clu­ster bleibt. Bei­de Mecha­nis­men wer­den getrennt geführt, damit die­sel­be Lage nicht zwei­mal hoch­ge­stuft wird.

Hin­weis: Dritt­ver­ur­sa­chung mit Namens- oder Eigen­tü­mer­be­zug. Hat die Kri­sen­or­ga­ni­sa­ti­on das Ereig­nis nicht ver­ur­sacht, wird sie aber über ihren Namen, ihre Eigen­tü­mer oder eine Per­son an ihrer Spit­ze mit ihm ver­bun­den, rah­men Bei­trä­ge oft nur das Ereig­nis selbst – und die­ses als Tat eines ande­ren. SCCT_TEXT bezieht sich dann auf die Lage der Kri­sen­or­ga­ni­sa­ti­on, wie der Bei­trag sie dar­stellt: als Leid­tra­gen­de frem­den Han­delns (Vic­tim), als mit­ver­ant­wort­lich, weil Eigen­tü­mer oder Lei­tung davon wuss­ten oder es dul­de­ten (Pre­ven­ta­ble), oder gar nicht (nicht codier­bar). Die Rah­mung des Ereig­nis­ses selbst geht nicht in das Feld ein. Wer gehan­delt hat und in wel­cher Rol­le, hal­ten ROLE_ZIEL und ROLE_ZIEL_KONTEXT in KB-F4 fest. Gren­ze zwi­schen Vic­tim und nicht codier­bar: Vic­tim nur bei wer­ten­der Opfer­rah­mung, die der Kri­sen­or­ga­ni­sa­ti­on ein Erlei­den zuschreibt – «im Stru­del», «mit­ge­ris­sen», «mit einem blau­en Auge davon­ge­kom­men». Die blos­se Nen­nung einer Bedro­hung, einer Unge­wiss­heit oder einer Ent­war­nung ist kei­ne Rah­mung und bleibt nicht codier­bar. Weil das Feld in sol­chen Lagen fast nur «nicht codier­bar» trägt, wird für SCCT_TEXT neben Alpha die pro­zen­tua­le Über­ein­stim­mung aus­ge­wie­sen (KB-00 Abschnitt 7). NEU 25.09.2026, ergänzt 26.09.2026

5 Ursachenzuschreibung

Ergän­zend je Bei­trag: intern (Orga­ni­sa­ti­on ver­ant­wort­lich) oder extern (äus­se­re Umstän­de). Die drei Teil­sy­ste­me die­ses Bogens über­schnei­den sich bewusst und ergän­zen sich analytisch.

6 Pflichtangaben

Je Codie­rung: Text­be­leg, Fund­stel­le, EBENE und EXPL (1–3) gemäss KB-00. «Nicht codier­bar» ist bei SCCT_TEXT ein eige­ner Wert und kein lee­res Feld; der Anteil wird im Bericht ausgewiesen.

Änderungsprotokoll

Ver­si­onDatumÄnde­rung
2.013.08.2026Code-Kür­zel ergänzt (im Bestand fehl­ten sie voll­stän­dig). SCCT-Clu­ster in SCCT_TEXT (Ebe­ne 1) und SCCT_REKON (Ebe­ne 2) auf­ge­teilt. Zuschrei­bungs­ni­veaus ent­fernt – sie gehö­ren auf Ebe­ne 3. Sach­li­che Kor­rek­tur: Acci­dent Clu­ster löst eine gerin­ge, nicht «mitt­le­re» Zuschrei­bung aus. Attri­but EXPL und Wert «nicht codier­bar» ergänzt. Defi­ni­ti­on nach Kepp­lin­ger vor­an­ge­stellt. Code­fa­mi­lie DESK_FOLGEN_* mit Attri­but Abwend­bar­keit neu – das Frame-Ele­ment «(poten­zi­el­le) Fol­gen» der wis­sen­schaft­li­chen Doku­men­ta­ti­on fehl­te im Bogen voll­stän­dig; Abschnitt 3 grenzt es gegen die Kon­se­quen­zen in KB-F2 ab.
2.016.09.2026Nach­trag 16.09.: Abschnitt 4.1 «Rekon­struk­ti­on des Kri­sen­clu­sters» neu – Ent­schei­dungs­re­gel für SCCT_REKON auf die drei Wer­te Vic­tim, Acci­den­tal und Pre­ven­ta­ble erwei­tert, Vor­rang­re­gel über ACTOR_MITVERURSACHER, Abgren­zung zum Vel­cro-Effekt. Grund­la­ge für den Revi­si­ons­punkt Typ­zu­ord­nung in MI-03.
2.025.09.2026Abschnitt 4: Codier­re­gel für SCCT_TEXT bei Dritt­ver­ur­sa­chung mit Namens- oder Eigen­tü­mer­be­zug – das Feld bezieht sich auf die Lage der Kri­sen­or­ga­ni­sa­ti­on, nicht auf das Ereig­nis. Gleich­lau­ten­der Ver­weis in MI-03 Abschnitt A2. Anlass: Rück­pro­be vom 25.09.2026. Kei­ne Umco­die­rung abge­schlos­se­ner Analysen.
2.026.09.2026Abschnitt 4: Gren­ze zwi­schen Vic­tim und «nicht codier­bar» bei Dritt­ver­ur­sa­chung – Vic­tim nur bei wer­ten­der Opfer­rah­mung, blos­se Bedro­hung, Unge­wiss­heit oder Ent­war­nung bleibt nicht codier­bar; bei schie­fer Ver­tei­lung zusätz­lich die Über­ein­stim­mung aus­wei­sen. Anlass: Rück­pro­be vom 26.09.2026 (91,4 % nicht codier­bar; Alpha 0,0 bei 96,8 % Über­ein­stim­mung). Kei­ne Umco­die­rung abge­schlos­se­ner Analysen.

Zita­ti­on: KMK-Ana­ly­se-System (2026): Codier­sy­stem deskrip­ti­ves Framing, Res­sour­ce KB-F1, Ver­si­on 2.0. krisenkom.ch.

Ver­wand­te Res­sour­cen: KB-00 · KB-F2 · KB-F6 · MI-03 · RW-R1

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