KMK-RESSOURCE KB-F2
Codiersystem normatives Framing (Krisenrolle)
| Version | 2.0 |
|---|---|
| Stand | 03.10.2026 |
| Gilt ab | 13.08.2026 |
| Ersetzt | Version 1.0 vom 22.04.2026 |
| Modul | FRAMI |
| Ebene | 1 – Befund, mit einer Vergleichsachse auf Ebene 2 |
| Geltungsart | Messvorschrift |
| Konventionen | KB-00 Codebuch-Konventionen |
| Systemversion | KMK 2.0 |
Massgebliche Fassung für KMK-Analysen (KI-Abruf). Bei jeder Analyse live abrufen, nie aus dem Cache.
1 Was dieser Bogen erfasst
Definition nach Kepplinger: im Text geäusserte oder zitierte Urteile über die beteiligten Akteure – ethischer, rechtlicher oder technisch-wirtschaftlicher Art, mit Anspruch auf Richtigkeit. Das Urteil fällt der Text, nicht die Codiererin und nicht das Publikum.
2 Evaluative Urteile
| Code | Bezeichnung | Memo | Beispiel | Codierregel |
|---|---|---|---|---|
NORM_ORG | Organisation verantwortlich | Die Schuld wird dem Management oder Fehlern im Haus zugewiesen. | «Die SBB hat hier schlampig gewartet.» | Fokus auf interne Schuld. |
NORM_DRITTE | Dritte verantwortlich | Die Schuld wird externen Akteuren gegeben (Zulieferer, Angreifer, Politik). | «Der Software-Lieferant ist schuld am Blackout.» | Fokus auf externe Schuld. |
NORM_SCHICKSAL | Schicksal, höhere Gewalt | Niemand trägt Schuld, das Ereignis war unvermeidbar. | «Gegen dieses Jahrhunderthochwasser war niemand gewappnet.» | Entlastung der Akteure. |
NORM_DOUBLE | Double Crisis | Kritik an der Art, wie die Organisation die Krise kommuniziert oder löst. | «Das Problem ist nicht der Ausfall, sondern dass uns niemand informiert.» | Markiert das Versagen des Krisenmanagements. Pflichtattribut NORM_DOUBLE_TYP nach Abschnitt 5. Bei einer Entscheidungskrise (KB-F1 Abschnitt 4.1) fallen auch Vorwürfe gegen die Umsetzung des Entscheids hierunter – Druck auf Mitarbeitende, Behinderung der Personalvertretung, Umgehung eines vorgeschriebenen Verfahrens –, mit NORM_DOUBLE_TYP = sekundär. Betrifft dieselbe Fundstelle den Entscheid und seine Umsetzung, werden NORM_ORG und NORM_DOUBLE nebeneinander vergeben (KB-00 Abschnitt 6). NEU 03.10.2026 Nur für die Krisenorganisation. Kritik an der Kommunikation eines Eigentümers, einer Muttergesellschaft oder eines anderen Dritten ist kein NORM_DOUBLE; wird dessen Schweigen im Bericht thematisiert, gilt COMM_SCHWEIGER mit dieser Instanz. |
NORM_HYPO_TEXT | Heuchelei-Vorwurf | Im Korpus erhobener Vorwurf, die Organisation verstosse gegen ihre eigenen Werte. | «Immer von Nachhaltigkeit reden, aber dann Giftmüll vertuschen.» | Nur der im Text erhobene Vorwurf wird codiert. Kein Abgleich mit den ADAM-Kernwerten. |
ACTOR_MORAL | Moralinstanz | Wer erhebt den moralischen Vorwurf: Journalismus, Politik, Expertise, Betroffene, Öffentlichkeit. | Eine bekannte Umweltschützerin oder eine Kundenplattform. | Wer setzt den moralischen Frame? Ausprägung mitcodieren. Interessenvertretungen, die ausdrücklich für die Betroffenen sprechen – Gewerkschaft, Personalkommission, Patienten- oder Opferorganisation –, und ihre Verbandspresse zählen als Betroffene. Das Pflichtattribut ACTOR_MORAL_STELLV hält fest, ob die Betroffenen selbst sprechen (eigen) oder vertreten werden (stellvertretend); beide Anteile werden getrennt ausgewiesen. NEU 03.10.2026 |
Achtung: Warum der ADAM-Abgleich hier entfällt. Liesse man die Codiererin die Wertelücke zwischen kommunizierten Kernwerten und Organisationsverhalten selbst feststellen, fällte nicht mehr der Text ein Urteil, sondern die Analystin – ein ethisches, im Gewand einer Codierung. Die strukturelle Wertelücke bleibt, wo sie hingehört: in ADAMs Risikofalle
TRAP_NORM_HYPO(KB-A2). FRAMI codiert nur, ob und wie oft der Vorwurf im Korpus erhoben wird – und prüft damit ADAMs Diagnose an den Daten, statt sie zu wiederholen. Deshalb die Umbenennung vonNORM_HYPOzuNORM_HYPO_TEXT.
3 Forderungen – präskriptive Klasse
Forderungen sind keine Urteile über Akteure, sondern Handlungsansprüche, die sich aus dem Schuldzuspruch oder aus dem Widerspruch gegen einen Entscheid ergeben. Deshalb eine eigene Familie neben den evaluativen Codes.
| Code | Was gefordert wird | Beispiel |
|---|---|---|
NORM_FORD_WIEDERGUT | Wiedergutmachung, Entschädigung, Schadenersatz | «Die Betroffenen fordern volle Entschädigung.» |
NORM_FORD_SANKTION | Busse, Strafe, Entzug von Bewilligungen | «Die Aufsicht muss die Bewilligung entziehen.» |
NORM_FORD_STRUKTUR | Ordnungsforderung: Prozesse, Zuständigkeiten, Aufsicht, Regulierung | «Es braucht endlich unabhängige Kontrollen.» |
NORM_FORD_TECHNISCH | technisch-materielle Korrektur: Ersatz, Erneuerung oder Ausbau von Technik, Infrastruktur, Ausstattung und Kapazität, einschliesslich der Neuaufstellung einer technischen Einheit | «Die veraltete Leittechnik gehört ersetzt.» · «Die Informatik muss neu aufgestellt werden.» |
NORM_FORD_PERSONELL | personelle Konsequenzen: Rücktritt, Entlassung, Abberufung | «Der Verwaltungsrat muss zurücktreten.» |
NORM_FORD_REVISION NEU 03.10.2026 | Rücknahme, Aussetzung oder Unterlassung eines Entscheids der Organisation, einschliesslich der Forderung, Alternativen zu prüfen | «Die Kündigungen müssen zurückgenommen werden.» · «Die Geschäftsleitung soll auf die Schliessung verzichten und Alternativen prüfen.» |
Achtung: Ordnung oder Mittel – die Prüffrage bei
NORM_FORD_STRUKTURgegenNORM_FORD_TECHNISCH. Verlangt der Text eine Änderung der Ordnung – wer entscheidet, wer prüft, nach welchen Regeln – oder eine Änderung der Mittel – womit gearbeitet wird? Gegenprobe: Kann die Organisation die Forderung aus eigener Kraft erfüllen, oder braucht es dafür eine Drittinstanz? Aufsicht, Regulierung und unabhängige Kontrolle kann sich eine Organisation nicht selbst geben; Technik und Kapazität schon. Wo beides verlangt wird – «die IT muss neu aufgestellt und extern auditiert werden» –, sind beide Codes zu vergeben; Mehrfachcodierung innerhalb der Familie ist nachKB-00zulässig.
Hinweis: Warum die Trennung nicht kosmetisch ist. Die beiden Forderungstypen stehen in entgegengesetzten Frame-Konstellationen. Eine Kontrollforderung setzt voraus, dass dem Haus die Selbstkorrektur nicht zugetraut wird – sie geht mit Preventable-Rahmung und hoher Zuschreibung einher. Eine technisch-materielle Forderung ist mit Accidental verträglich: die Technik hat versagt, also braucht es bessere Technik, ohne moralischen Vorwurf. In einem gemeinsamen Code feuerte die Ausprägung im Skandal- wie im Unfallframe und verlöre als Prädiktor ihre Trennschärfe. Für EVI sind es zudem zwei Strategiefamilien: die Mittelforderung ist mit corrective action allein beantwortbar, die Ordnungsforderung verlangt zusätzlich Legitimation durch Dritte.
Achtung: Rücknahme, Ordnung oder Ausgleich – die Prüffrage bei
NORM_FORD_REVISION. Bezieht sich die Forderung auf einen bestimmten Entscheid, der nicht oder anders getroffen werden soll, ist sieNORM_FORD_REVISION. Verlangt sie andere Regeln für künftige Entscheide – «bei Abbauten muss die Personalvertretung künftig mitentscheiden» –, ist sieNORM_FORD_STRUKTUR. Verlangt sie, die Folgen des Entscheids abzufedern – Sozialplan, Abfindung, Weiterbeschäftigung an anderer Stelle –, ist sieNORM_FORD_WIEDERGUT. Wo mehreres verlangt wird, werden mehrere Codes vergeben. In einer Entscheidungskrise (KB-F1Abschnitt 4.1) ist die Rücknahme die naheliegende Forderung; ohne eigene Ausprägung fiel sie aus Forderungsprofil und dominanter Forderung heraus. Anlass: Rückprobe Manor / Stellenabbau 2020 vom 03.10.2026, in der 16 von 33 Forderungen (48,5 %) keinen Code fanden. NEU 03.10.2026
Auswertungsgrösse Forderungsprofil: Anteil je Ausprägung plus dominante Forderung.
Was der Diskurs fordert, ist der direkteste im Text verfügbare Hinweis darauf, welche Antwortstrategie
überhaupt akzeptiert wird. REL_FORDERER (KB-F4) codiert, wer fordert;
NORM_FORD_* ergänzt, was. Beide zusammen ergeben das Forderungsprofil eines Falls. Eine unbesetzte Ausprägung wird als nicht vorhanden (0) geführt und ist selbst ein Befund: Ein Diskurs, der Sanktionen fordert, aber keine Instandsetzung, hat die Organisation abgeschrieben.
Hinweis: Ein Urteil kann manifest ausgesprochen (Ebene 1,
EXPL1–3) oder latent nahegelegt sein (Ebene 2,DEUT_JUXTAoderDEUT_LEXIKinKB-F6). Beides bleibt ein Urteil des Textes.
4 Verantwortungsachse für die Kohärenzprüfung NEU 16.09.2026
Für den Abgleich mit der Typzuordnung wird die Verantwortung, die der Text der Krisenorganisation zuweist, auf drei Stufen geführt. Die Stufen folgen den Zuschreibungsgraden, die Coombs den drei Clustern zuordnet: minimal, gering, stark (Coombs, 2007, S. 172).
| Stufe | aus dem normativen Framing (dieser Bogen und KB-F4) | aus SCCT_TEXT (KB-F1) |
|---|---|---|
| stark | NORM_ORG dominant; ROLE_SCHULDIG, ROLE_VERSAGER oder ROLE_SUENDENBOCK auf die Organisation | Preventable |
| gering | ROLE_MITSCHULDIG auf die Organisation, oder Teileingeständnis der Fahrlässigkeit | Accidental |
| minimal | NORM_DRITTE oder NORM_SCHICKSAL dominant; ROLE_OPFER_NORMATIV auf die Organisation | Victim |
Achtung: Die Achse ist keine Aussage über das Publikum. Sie ordnet, was der Text zuweist, und dient allein dem Vergleich im Revisionspunkt Typzuordnung von
MI-03auf Ebene 2. Die Ausschlussregel inKB-00Abschnitt 8 bleibt unberührt: Wie stark ein Publikum zuschreibt, istREZ_ZUSCHREIBUNGinRW-R1und bleibt auf Ebene 3. Die Stufen tragen dieselben Namen, damit Befund und Prognose vergleichbar sind – nicht, weil sie dasselbe messen.
Trägerbedingung. Alle Rollencodes zählen nur, soweit sie der Krisenorganisation zugeschrieben sind. Macht der Text einen Dritten zum Schuldigen oder zum Sündenbock, bleibt die Stufe der Organisation davon unberührt.
Zu den drei Grenzfällen. ROLE_SUENDENBOCK steht auf der Stufe stark, weil der Code nach KB-F4 eine alleinige Verantwortung konstruiert; dass er sie unter Ausblendung komplexerer Ursachen konstruiert, wird als Merkmal daneben ausgewiesen und senkt die Stufe nicht. ROLE_VERSAGER steht ebenfalls auf stark, weil eine nicht erfüllte Schutz‑, Aufsichts- oder Kontrollpflicht genau das Kriterium der vermeidbaren Krise trifft; er markiert deren untere Grenze. ROLE_OPFER_NORMATIV besetzt die Stufe minimal und ist der positive Beleg dafür, wo bisher nur das Fehlen einer Zuweisung stand.
Nicht auf der Achse geführt werden NORM_DOUBLE und NORM_HYPO_TEXT, die dem Krisenmanagement gelten und nicht der Krise; sie werden neben der Achse ausgewiesen.
Vorrang bei Mehrfachcodierung. Massgeblich ist die im Korpus häufigste Zuweisung. Bei Gleichstand gilt die höhere Stufe – eine vorsichtige Annahme zugunsten der für die Organisation ungünstigeren Lesart.
Unabhängigkeit der beiden Prüfungen. Die Achse arbeitet mit normativen Codes, SCCT_REKON mit deskriptiven. Die beiden Prüfungen des Revisionspunkts bleiben dadurch unabhängig, und der Warnhinweis wird auf zwei getrennten Wegen erreichbar, nicht doppelt auf demselben.
Eine Zuordnung der NORM_*-Codes zu den Clustern selbst findet nicht statt: NORM_DRITTE und NORM_SCHICKSAL weisen je in zwei Cluster, weshalb nur die Stufe, nicht das Label vergleichbar ist.
Hinweis: Die Zuordnung der Rollen zu den Stufen ist eine Festlegung des KMK-Systems. Weder
KB-F4noch die SCCT ordnen normative Rollen den Clustern zu; die Zuordnung folgt den Clusterkriterien und ist kalibrierungspflichtig.
5 Kommunikationskritik: Attribut NORM_DOUBLE_TYP NEU 19.09.2026
Jede Codierung von NORM_DOUBLE führt seit dem 19.09.2026 das Pflichtattribut NORM_DOUBLE_TYP mit zwei Werten. Es hält fest, ob die kritisierte Kommunikation die Krise begleitet oder sie ausgelöst hat.
| Wert | Memo | Beispiel |
|---|---|---|
sekundär | Die double crisis im Sinne von Coombs: Es gibt ein auslösendes Ereignis, und die Organisation kommuniziert oder bewältigt es schlecht. Die Kommunikationskritik liegt über einer bestehenden Krise. | «Der Ausfall wäre zu verkraften – dass drei Tage lang niemand etwas sagte, ist das eigentliche Ärgernis.» |
primär | Die Kommunikation selbst ist das auslösende Ereignis: Kritisiert wird, dass die Organisation über einen Sachverhalt etwas gesagt hat, was nicht galt oder nicht zutraf. Ohne diese Aussage gäbe es keine Krise. | «Nicht die Mehrkosten sind der Skandal, sondern dass jahrelang ein Fixpreis behauptet wurde, den es nie gab.» |
Achtung: Ein Code, zwei Gegenstände – ohne das Attribut nicht trennbar. Coombs’ double crisis setzt eine erste Krise voraus, über die schlecht kommuniziert wird. Trifft die Kritik die Kommunikation als Auslöser, misst derselbe Code etwas anderes: nicht eine zweite Schicht, sondern den Kern des Falls. In der Rückprobe am Fall der F‑35-Beschaffung vom 18.09.2026 trug
NORM_DOUBLE65,2 Prozent der Einheiten – ein Wert, der ohne das Attribut wie ein überdehnter Code aussieht und in Wahrheit ein Befund über den Falltyp ist.
Codierregel
Ein Wert je Codierung, nicht je Fall. Auch in einer primären Kommunikationskrise gibt es Beiträge, die nur die Krisenkommunikation der laufenden Wochen kritisieren; sie tragen sekundär. Massgeblich ist, worauf sich die kritisierte Aussage bezieht: auf den Vorgang, der die Krise auslöste (primär), oder auf die Information über einen bereits eingetretenen Vorgang (sekundär).
Lässt der Beitrag beides offen, gilt sekundär. Das ist die konservative Zuordnung: Sie verlangt für den schwereren Befund einen Beleg im Text und lässt den Anteil primär eher zu klein als zu gross ausfallen.
Anschluss an die Typzuordnung
Ein Beitrag mit NORM_DOUBLE_TYP = primär unterstellt der Organisation einen vermeidbaren, weil selbst verursachten Vorgang und weist damit auf das Cluster Preventable. Die Verantwortungsachse in Abschnitt 4 bleibt davon unberührt: NORM_DOUBLE wird weiterhin neben der Achse ausgewiesen, nicht auf ihr geführt. Ein hoher Anteil primär bei gleichzeitig minimaler oder geringer Stufe auf der Achse ist jedoch ein Prüfhinweis für den Revisionspunkt Typzuordnung in MI-03 und dort zu vermerken.
Hinweis: Abgrenzung gegen
NORM_HYPO_TEXT: Der Heuchelei-Vorwurf sagt, die Organisation verstosse gegen ihre eigenen Werte;NORM_DOUBLE_TYP=primärsagt, ihre Aussage über den Sachverhalt habe nicht zugetroffen. Beides kann zusammenfallen, ist aber nicht dasselbe und wird getrennt codiert.
Änderungsprotokoll
| Version | Datum | Änderung |
|---|---|---|
| 2.0 | 13.08.2026 | Code-Kürzel für NORM_ORG, NORM_DRITTE und NORM_SCHICKSAL ergänzt. NORM_HYPO zu NORM_HYPO_TEXT umbenannt; der Abgleich mit den ADAM-Kernwerten entfällt und verbleibt bei TRAP_NORM_HYPO. Neue Codefamilie NORM_FORD_* als präskriptive Klasse. Definition nach Kepplinger vorangestellt. Ausprägung NORM_FORD_TECHNISCH neu; NORM_FORD_STRUKTUR auf die Ordnungsforderung eingegrenzt. Damit ist die funktional-ökonomische Achse der Konsequenzen-Typologie erstmals eigenständig codierbar – sie war in den vier bisherigen Ausprägungen nicht vertreten. |
| 2.0 | 16.09.2026 | Nachtrag 16.09.: Abschnitt 4 «Verantwortungsachse für die Kohärenzprüfung» neu – drei Stufen nach Coombs (minimal, gering, stark), Zuordnung der normativen Rollen aus KB-F4, Trägerbedingung, Vorrang bei Mehrfachcodierung, Abgrenzung zur Prognoseebene. Grundlage für den Revisionspunkt Typzuordnung in MI-03. |
| 2.0 | 19.09.2026 | Nachtrag 19.09.: Abschnitt 5 neu – Pflichtattribut NORM_DOUBLE_TYP zu jeder Codierung von NORM_DOUBLE, mit den Werten sekundär (Coombs’ double crisis: Kommunikation über eine bestehende Krise) und primär (die Kommunikation ist der Auslöser), Codierregel, konservativer Zuordnung im Zweifel, Anschluss an die Typzuordnung und Abgrenzung gegen NORM_HYPO_TEXT. Anlass ist die Rückprobe am Fall der F‑35-Beschaffung vom 18.09.2026, in der NORM_DOUBLE 65,2 Prozent der Einheiten trug. Keine Umcodierung abgeschlossener Analysen; Altbestände gelten als sekundär. |
| 2.0 | 26.09.2026 | Abschnitt 2: NORM_DOUBLE ausdrücklich auf die Krisenorganisation beschränkt; thematisiertes Schweigen eines Dritten, etwa des Eigentümers, ist COMM_SCHWEIGER. Anlass: Rückprobe vom 26.09.2026, in der Kritik an der Kommunikation des Eigentümers teils als NORM_DOUBLE codiert worden war. Keine Umcodierung abgeschlossener Analysen. |
| 2.0 | 03.10.2026 | Abschnitt 3: sechste Ausprägung NORM_FORD_REVISION (Rücknahme, Aussetzung oder Unterlassung eines Entscheids, Prüfung von Alternativen) mit Prüffrage gegen NORM_FORD_STRUKTUR und NORM_FORD_WIEDERGUT; Einleitung um den Widerspruch gegen einen Entscheid ergänzt. Abschnitt 2: NORM_DOUBLE erfasst bei Entscheidungskrisen auch Vorwürfe gegen die Umsetzung (sekundär), neben NORM_ORG an derselben Fundstelle zulässig; ACTOR_MORAL = Betroffene schliesst stellvertretende Interessenvertretungen und ihre Verbandspresse ein, Pflichtattribut ACTOR_MORAL_STELLV (eigen / stellvertretend). Anlass: Rückprobe Manor / Stellenabbau 2020 vom 03.10.2026, Entscheid des Auftraggebers vom selben Tag. Keine Umcodierung abgeschlossener Analysen; Altbestände gelten als eigen. |
Zitation: KMK-Analyse-System (2026): Codiersystem normatives Framing (Krisenrolle), Ressource KB-F2, Version 2.0. krisenkom.ch.
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