KMK-RESSOURCE KB-00
Codebuch-Konventionen
| Version | 2.0 |
|---|---|
| Stand | 16.09.2026 |
| Gilt ab | 15.08.2026 |
| Ersetzt | nichts – Neuanlage |
| Modul | FRAMI (verbindlich) · ADAM (sinngemäss) |
| Geltungsbereich | alle KMK-Codierbögen KB-A1 bis KB-F6 |
| Systemversion | KMK 2.0 |
Massgebliche Fassung für KMK-Analysen (KI-Abruf). Bei jeder Analyse live abrufen, nie aus dem Cache.
1 Zweck
Diese Seite enthält, was für alle Codierbögen gilt: Schreibweise der Codes, Pflichtangaben je Codierung, Ebenen- und Explizitheitsattribut, Belegpflicht, Umgang mit Mehrfach- und Nichtcodierbarkeit, Reliabilitätsverfahren.
Vorher stand das teils in den einzelnen Bögen, teils in der Modulinstruktion, teils nirgends. Einmal geführt statt achtmal wiederholt heisst: eine Änderung wirkt sofort überall, und Abweichungen zwischen Bögen fallen auf, statt sich einzuschleifen.
2 Schreibweise der Codes
| Regel | Festlegung |
|---|---|
| Zeichen | Grossbuchstaben, Unterstrich als Trenner, keine Umlaute, keine Ziffern am Anfang. Umlaute werden umschrieben: DESK_VERSAEUMNIS, nicht DESK_VERSÄUMNIS. |
| Aufbau | Präfix der Familie, dann sprechender Bestandteil: NORM_FORD_SANKTION. |
| Langform ist massgeblich | Wo Lang- und Kurzform nebeneinander stehen (etwa ACTOR_VERURSACHER und ACTOR_VERURS), gilt die Langform. Kurzformen sind Altbestand und werden bei der Bereinigung entfernt. |
| Schreibung im Fliesstext | «Codierbogen», «Codiersystem», «Codierregel», «codieren» – durchgehend mit C. «Kodierregel» ist Altbestand. |
Präfixe und ihre Familien
| Präfix | Familie | Bogen | Ebene |
|---|---|---|---|
DESK_ | deskriptives Framing | KB-F1 | 1 |
SCCT_ | SCCT-Cluster (_TEXT / _REKON) | KB-F1 | 1 / 2 |
NORM_ | normative Urteile im Text | KB-F2 | 1 |
NORM_FORD_ | Forderungen (präskriptiv) | KB-F2 | 1 / 2 |
EMO_ | im Beitrag ausgedrückte Emotion | KB-F3 | 1 |
ACTOR_ | deskriptive Akteursrollen | KB-F4 | 1 |
ROLE_ | normative Akteursrollen (im Text zugeschrieben) | KB-F4 | 1 |
REL_ | relationale Rollen | KB-F4 | 1 |
COMM_ | Kommunikationsrollen (Sprecherattribut) | KB-F5 | 1 |
DEUT_ | latentes Framing | KB-F6 | 2 |
INT_, TRAP_, FALLHOEHE | Kontextgrössen | KB-A1, KB-A2 | Kontext |
REZ_ | Rezeptionsprognose und Validierungsanker | RW-R1 | 3 |
Achtung: Die Präfixe sind keine Ordnungshilfe, sondern eine Geltungsaussage.
ROLE_SCHULDIGundREZ_ZUSCHREIBUNGklingen ähnlich und sind grundverschieden: das eine ist ein Urteil des Textes mit Textbeleg, das andere eine Behauptung über das Publikum mit Evidenzgrad. Wer ein Präfix falsch wählt, verschiebt eine Aussage über die Dimensionsgrenze.
3 Pflichtangaben je Codierung
| Feld | Ebene 1 | Ebene 2 | Inhalt |
|---|---|---|---|
| Code | Pflicht | Pflicht | Kürzel gemäss Abschnitt 2 |
EBENE | Pflicht | Pflicht | 1 oder 2 – jede Variable in jeder Matrix führt sie mit |
| Textbeleg | Pflicht | Pflicht je Indikator | wörtliches Zitat |
| Fundstelle | Pflicht | — | Absatz oder Zeichenposition |
| Indikatorenkette | — | Pflicht | welche Indikatoren die Deutung tragen |
EXPL | Pflicht | wird nicht vergeben | Explizitheitsgrad 1–3, siehe Abschnitt 5 |
| Intensität | nur EMO_* | — | 1–5 |
| Richtung | — | nur DEUT_* | belastend / entlastend / ambivalent |
Grundregel: Ohne Beleg keine Codierung. Auf Ebene 1 entscheidet sich eine Zuordnung an einer benennbaren Textstelle. Auf Ebene 2 an einer Kette von Indikatoren, deren jeder einen eigenen Beleg trägt. Eine Deutung ohne Kette wird nicht in den Bericht aufgenommen.
4 Das Ebenenattribut
| Ebene | Frage | Was entscheidet die Zuordnung | Widerspruch entscheidet |
|---|---|---|---|
| 1 Befund | Was steht im Text? | genau eine Fundstelle | zweiter Codierer |
| 2 Deutung | Was legt der Text nahe? | Konfiguration des Beitrags | zweiter Codierer plus Dissensprotokoll |
| 3 Prognose | Wie wirkt das voraussichtlich? | Regel aus RW-R1 | die Empirie |
4.1 Die Trennfrage
Hinweis: Könnte ein kompetenter Leser dieser Aussage widersprechen, ohne den Text falsch verstanden zu haben?
Nein → Textaussage. Ebene 1 oder 2, kein Evidenzgrad nötig.
Ja → empirische Behauptung über Menschen. Ebene 3, mit Regel-ID, Evidenzgrad, Konfidenz und Falsifikator – und damit ausserhalb der Codierbögen.
Der Grund für die Frage: Manche Zusammenhänge zwischen Frame-Elementen sind so selbstverständlich, dass der Schluss sich nicht wie ein Schluss anfühlt. «Das Management hat den Schaden absichtlich verursacht» enthält drei Aussagen, die gleich klingen:
| Aussage | Verortung | Braucht Wirkungsforschung? | |
|---|---|---|---|
| 1 | Begriffliche Implikation. «Absichtlich» bedeutet zurechenbar | Sprachregel | nein |
| 2 | Normatives Frame-Element. Der Text weist Schuld zu, auch ohne das Wort Schuld | Ebene 1 oder 2 | nein |
| 3 | Aussage über Menschen. Publika schreiben in diesem Fall faktisch stark zu | Ebene 3 | ja |
Bei 1 und 2 erfasst die Codierung den Zusammenhang tatsächlich mit – die Codiererin tut es als kompetente Sprecherin. Bei 3 nicht. Die Formulierung «wird ohnehin miterfasst» lässt 3 nach 1 hineinrutschen, gerade weil 1 so evident ist.
Achtung: Warum eingebaute Inferenzen gefährlich sind. Wird «hohe Verantwortlichkeit» als latenter Inhalt codiert und anschliessend die Prognoseregel gegen diese Codierung geprüft, prüft man die Regel gegen ein Ergebnis, das sie selbst erzeugt hat. Die Kalibrierung läuft leer, die Regel kann nie falsch sein.
Der Alltagsverstand ist damit nicht entwertet – er ist das Instrument, das latentes Codieren überhaupt möglich macht. Aber er ist Instrument und nicht Geltungsgrund, und deshalb reliabilitätspflichtig statt vorausgesetzt.
5 Das Explizitheitsattribut EXPL
Gilt ausschliesslich für Ebene 1 und wird für jede einzelne Codierung vergeben.
| Wert | Bezeichnung | Definition | Beispiel |
|---|---|---|---|
| 3 | benannt | Der Frame wird an der Fundstelle ausdrücklich als solcher bezeichnet | «Das ist ein Skandal», «hier herrscht ein Konflikt» |
| 2 | konventionalisiert | Der Frame liegt an der Fundstelle in einer etablierten Metapher oder Formel mit konventionell festliegender Bedeutung vor | «Wasser predigen, Wein trinken», «Dammbruch» |
| 1 | rekonstruiert | An einer Fundstelle belegbar, aber nicht benannt; erschliesst sich aus der Formulierung dieser Stelle | Schuldzuweisung ohne das Wort Schuld |
5.1 Abgrenzung zu Ebene 2
EXPL = 1 setzt weiterhin genau eine Fundstelle voraus. Sobald sich eine Zuschreibung erst aus der Struktur des Beitrags, aus der Quellenauswahl oder aus einer Leerstelle ergibt, ist es kein EXPL-1-Fall mehr, sondern ein DEUT_*-Code aus KB-F6.
Hinweis: Explizitheit ist kein Ebenenkriterium. Das Verstehen einer etablierten Metapher ist bereits eine Inferenz und funktioniert nur über geteiltes Weltwissen. Umgekehrt ist Framing durch Auslassung nicht explizit, aber textimmanent und hochdiagnostisch. Das brauchbare Kriterium lautet nicht «steht es wörtlich da», sondern: Ist die Aussage am Text belegbar und von zwei Codierern unabhängig übereinstimmend zuweisbar?
5.2 Auswertung
- Explizitheitsindex je Frame: Anteil der Codierungen mit
EXPL= 3 an allen Codierungen dieses Frames. - Explizitheitsverlauf: Verschiebung des Index über die Zeit. Ein Frame, der von 1 nach 3 wandert, verfestigt sich als Deutungsmuster – ein Frühindikator, den die reine Häufigkeitszählung nicht liefert.
Als Prädiktor auf Ebene 3 ist der Index mit Evidenzgrad E3 zu führen: die Annahme «benannte Frames verbreiten sich schneller» ist plausibel, im KMK-Kontext aber unbelegt. Als deskriptive Kennzahl auf Ebene 1 ist er davon unberührt.
6 Mehrfachcodierung, Nichtcodierbarkeit, Intensität
| Fall | Regel |
|---|---|
| Mehrfachcodierung | Innerhalb einer Familie zulässig, sofern der Bogen nichts anderes sagt. Jede Codierung führt ihren eigenen Beleg – eine Fundstelle trägt nicht zwei Codes. |
| Nicht codierbar | Ein eigener Wert, kein leeres Feld. Besonders bei SCCT_TEXT: ein Beitrag, der bloss Fakten referiert, ohne das Ereignis zu rahmen, ist «nicht codierbar» – nicht «Victim». Der Anteil nicht codierbarer Beiträge wird im Bericht ausgewiesen. |
| Nicht vorhanden | 0 – der Code trifft nachweislich nicht zu. Von «nicht codierbar» zu unterscheiden: dort fehlt die Entscheidungsgrundlage. |
| Intensität | Nur bei EMO_*, Skala 1–5, ordinal. 0 bedeutet nicht vorhanden. |
| Abwendbarkeit | Nur bei DESK_FOLGEN_*, dreiwertig: abwendbar, unabwendbar, offen. Codiert wird die Darstellung im Text, nicht die Einschätzung der Codiererin. Definition in KB-F1 Abschnitt 3. |
| Paywall und Fragment | Beiträge ohne Volltext werden nicht codiert, aber im Korpusbefund gezählt und im Bericht ausgewiesen. |
7 Reliabilität
| Ebene | Verfahren | Metrikniveau |
|---|---|---|
| 1 | Krippendorffs Alpha, unabhängige Doppelcodierung an mindestens 20 % des Korpus | nominal für DESK_*, NORM_*, ACTOR_*, ROLE_*, REL_*, COMM_*; ordinal für EMO_*_Int und EXPL |
| 2 | Ebenfalls Alpha; DEUT_* sind nominale Ja-Nein-Entscheide und damit alpha-fähig. Erwartungswerte niedriger ansetzen, Dissens protokollieren. Konsensverfahren erst nach der Messung. | nominal |
| 3 | keine Reliabilität – bei deterministischer Regelanwendung trivial hoch und ohne Aussage. Geprüft wird Validität durch Kalibrierung. | — |
Hinweis: Krippendorffs Alpha ist Standard, Cohens Kappa allenfalls nachrichtlich. Kappa ist auf zwei Codierer und Nominaldaten beschränkt, für die ordinalen Skalen ungeeignet und bei den vielen seltenen
DESK_-Codes anfällig für das Kappa-Paradox: hohe Übereinstimmung bei niedrigem Koeffizienten.
8 Was nicht codiert wird
- Aussagen über Publikumsreaktionen. Sie sind Ebene 3 und werden über
RW-R1erzeugt, nicht codiert. - Werturteile der Codiererin. Ob das Verhalten der Organisation moralisch verwerflich war, ist keine Codierung. Codiert wird, ob und wie der Text urteilt.
- Die Wertelücke zwischen Anspruch und Verhalten. Sie wird in ADAM als
TRAP_NORM_HYPOfestgestellt. FRAMI codiert mitNORM_HYPO_TEXTnur, ob der Vorwurf im Korpus erhoben wird – und prüft damit ADAMs Diagnose, statt sie zu wiederholen. - Zuschreibungsniveaus im Codierbogen. Formulierungen wie «Preventable → hohe Verantwortung» sind Aussagen über das Publikum und gehören nicht in einen Bogen der Ebene 1.
9 Angaben im Bericht
Codebook-Version: KMK 2.0, KB-00 Stand [Datum]
Codierbögen abgerufen: [Datum]
Codierung: KI-gestützt, Modell [Bezeichnung],
Systemversion [x.y]
Doppelcodierung: [%] des Korpus, Krippendorffs Alpha [Werte je Familie]
Ebene 2 codiert an: [Vollerhebung / Teilstichprobe n = x, Begründung]
Ebene 3 durchgeführt: [ja / nein + Begründung]
Abgeschlossene Analysen werden nicht nachcodiert. Sie werden im Fallordner mit ihrer Codebook-Version und dem Stand dieser Seite gekennzeichnet, damit spätere Vergleiche wissen, gegen welchen Stand codiert wurde.
10 Konventionen der Verhaltenscodierung NEU 15.08.2026
Für KB-F7 gelten zusätzlich zu den allgemeinen Konventionen vier Angaben, die auf Erhebungsebene zu führen sind.
| Angabe | Ausprägungen | Regel |
|---|---|---|
| Korpustyp | Medienkorpus / Behördendaten / Plattformkorpus / Organisationsdaten | Pflichtangabe je Erhebung. Häufigkeiten dürfen über Korpustypen hinweg nicht verglichen werden. |
| Belegstatus | belegt / berichtet / behauptet | Selbstauskunft ohne Kausalanker ist höchstens berichtet. Der Status bezieht sich auf das Verhalten, nicht auf die Berechtigung des Anlasses. |
| Datenquelle | Korpus / Organisation / Behörde / Drittdaten | je Codierung anzugeben; Behördendaten sind in Gefährdungslagen oft die einzige belastbare Quelle. |
| Adressat | Verursacher / Bewältigungsinstanz / Betroffene / Allgemeinheit | je Codierung anzugeben; ohne Adressat sind Protest und Loyalität in Katastrophenlagen nicht unterscheidbar. |
Achtung: Vier Abgrenzungen gelten für jede Verhaltenscodierung: Forderung, Meinungsäusserung, Organisationshandeln und Behördenhandeln sind kein
VERH_*.
11 Vom Element zum Frame NEU 16.09.2026
Die Codierbögen KB-F1 bis KB-F3 erfassen Frame-Elemente, nicht Frames. Ein einzelner Code an einer Fundstelle ist ein Merkmal des Beitrags: Er hält fest, dass eine Folge benannt, eine Verantwortung zugewiesen oder eine Emotion aufgerufen wird. Welches Deutungsmuster der Beitrag anbietet, sagt er nicht. Erst das Zusammentreffen mehrerer Elemente ergibt ein Muster, dem eine Wirkungsvermutung zugetraut werden kann.
Vier Elementfamilien werden unterschieden, den vier Frame-Elementen nach Entman (1993, S. 52) folgend:
| Familie | Element nach Entman | Codes |
|---|---|---|
| Problemdefinition | define problems | DESK_INT_SACHSCHADEN, DESK_EXT_SACHSCHADEN, DESK_OPFER_INT, DESK_OPFER_EXT, DESK_FOLGEN_INT, DESK_FOLGEN_EXT, DESK_KONFLIKT |
| Ursachenzuschreibung | diagnose causes | DESK_INT_UNFALL, DESK_EXT_SCHICKSAL, DESK_STRUKTUR, DESK_INT_FEHLVERHALTEN, DESK_EXT_FEHLVERHALTEN, DESK_VERSAEUMNIS, SCCT_TEXT, Ursachenzuschreibung intern/extern |
| Bewertung | make moral judgments | NORM_ORG, NORM_DRITTE, NORM_SCHICKSAL, NORM_DOUBLE, NORM_HYPO_TEXT |
| Handlungsaufforderung | suggest remedies | NORM_FORD_*, DESK_LOESUNG |
EMO_* tritt als Intensitätsattribut hinzu, nicht als eigene Familie. Die Familientafel ordnet die vorhandenen Codefamilien, sie ersetzt die Frame-Definition nach Kepplinger nicht: Die Trennung von Darstellung und Bewertung, die diese verlangt, verläuft zwischen den beiden ersten und der dritten Familie.
Grundregel: Mindestbedingung. Ein Frame liegt vor, wenn in den Aussagen desselben Sprechers innerhalb eines Beitrags mindestens zwei Elemente aus mindestens zwei verschiedenen Familien belegt sind. Ein Beitrag kann damit mehrere Frames enthalten. Tritt kein Sprecher deutlich hervor, gilt die Journalistin oder der Journalist als Sprecher. Zwei Codes derselben Familie – etwa zwei Forderungen – bilden ein doppelt belegtes Merkmal, keinen Frame.
| Regel | Festlegung |
|---|---|
| Leitframe und Dominanz | Leitframe und Frame-Dominanzindex werden nur aus Frames gebildet. Beiträge, welche die Mindestbedingung nicht erfüllen, gehen in die Häufigkeitsauszählung der Merkmale ein, nicht in die Dominanzrechnung. Enthält ein Korpus überwiegend Einzelmerkmale, wird dies als Befund ausgewiesen und nicht durch die Aufwertung einzelner Elemente überbrückt. |
| Explizitheit eines Frames | Das Attribut EXPL haftet an genau einer Fundstelle. Ein Frame aus mehreren Elementen erhält den niedrigsten EXPL-Wert seiner Elemente, da ein Deutungsmuster nicht expliziter belegt ist als sein schwächster Beleg. |
| Geltungsbereich | Die Mindestbedingung gilt für die Befundebene. Auf der Deutungsebene tritt an ihre Stelle die Indikatorenkette, die eine Mehrzahl von Belegen ohnehin verlangt. |
Hinweis: Codierhinweis. Codiert wird von der Aussage eines Sprechers aus, nicht von einem erwarteten Frame her. Wer mit einer Frame-Erwartung an das Material herangeht, findet sie belegt; die Reihenfolge – Element zuerst, Muster danach – hält die Codierung widerlegbar.
Herleitung: Völker (2017, S. 172–174, 184); Mindestbedingung nach Matthes (2007, S. 152), zitiert nach Völker (2017, S. 184); Frame-Elemente nach Entman (1993, S. 52).
12 Aufbau eines Codierbogens
Verbindliches Spaltenschema für neue und bereinigte Bögen:
| Spalte | Inhalt |
|---|---|
| Kategorie | Gruppierung innerhalb des Bogens |
| Code | Kürzel in Langform |
| Memo | Definition in einem Satz |
| Indikatoren | woran die Zuordnung erkennbar ist |
| Beispiel | eine belegfähige Formulierung |
| Codierregel | wann codiert wird und wann nicht |
| Abgrenzung | gegen welchen benachbarten Code, mit Kriterium |
Jeder Bogen trägt ausserdem den einheitlichen Kopf mit Kennung, Version, Stand, Modul, Ebene und Geltungsart sowie ein Änderungsprotokoll am Fuss.
13 Änderungsprotokoll
| Version | Datum | Änderung |
|---|---|---|
| 2.0 | 13.08.2026 | Neuanlage. Bündelt die bisher verstreuten Konventionen: Kürzelschreibweise mit Vorrang der Langform, Pflichtangaben je Codierung, Ebenen- und Explizitheitsattribut, Trennfrage zwischen Text- und Publikumsaussage, Umgang mit «nicht codierbar», Reliabilitätsverfahren mit Krippendorffs Alpha als Standard, Ausschlussliste, Berichtsangaben und verbindliches Spaltenschema. Attribut Abwendbarkeit für DESK_FOLGEN_* aufgenommen. |
| 2.0 | 15.08.2026 | Nachtrag 15.08.: Abschnitt 10 «Konventionen der Verhaltenscodierung» ergänzt (Korpustyp, Belegstatus, Datenquelle, Adressat sowie die vier Abgrenzungen zu KB-F7). |
| 2.0 | 16.09.2026 | Nachtrag 16.09.: Abschnitt 11 «Vom Element zum Frame» neu – vier Elementfamilien nach Entman, Mindestbedingung (zwei Elemente aus zwei Familien in den Aussagen desselben Sprechers), Folge für Leitframe und Dominanz, EXPL eines Frames, Codierhinweis. Bisherige Abschnitte 11–12 zu 12–13. Abschnitt 9: Codebook-Version nennt den Stand dieser Seite. Keine Umcodierung abgeschlossener Analysen. |
Zitation: KMK-Analyse-System (2026): Codebuch-Konventionen, Ressource KB-00, Version 2.0. krisenkom.ch.
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